Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden

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Der junge 17-jährige Täter ermordete 15 Personen und zuletzt sich selbst. Von ihm ist bekannt, dass er häufig Killerspiele konsumierte und begeisterter Sportschütze war. Nicht zuletzt seit dieser Tat ist die öffentliche Debatte über die Folgen von Medienkonsum neu entflammt. Fachleute sprechen von einer weit unterschätzten gesellschaftlichen Dimension von Spielsucht, die der breiten Bevölkerung zumeist unbekannt ist.

Aktuelle Studien konnten nachweisen, so Dr. Holger Feindel (Interview mit Dr. Feindel/Oberarzt an der AHG-Klinik Münchwies, einem Zentrum für Psychotherapie und Suchtmedizin) in der ZDF-Sendung Mona Lisa, dass das Suchtpotential von Computerspielen weitaus höher liegt als bisher angenommen. In Deutschland sind beispielsweise 560.000 Personen in der Altersgruppe der 14 bis 64 Jahre alten Menschen, ca. 1 % der Bevölkerung, spielsüchtig. Dabei sind die Formen und Folgen der Sucht durchaus mit stofflichen Abhängigkeiten vergleichbar. Neben dem Rückzug aus der realen Welt und sozialer Isolation mit verheerenden Folgen für Beruf und Familie, können Depression und Versagensängste mit der Sucht einhergehen. Dem Wunsch, sich nur noch in der virtuellen Welt aufhalten zu wollen, folgen Phasen, in denen die Spieler 12 bis 14 Stunden pro Tag ihrer Sucht nachgehen. Mehr Informationen zu diesem gesellschaftlich unterschätzten Themenbereich finden Sie auf klicksafe.de. Die Medienexperten versuchen u.a. die Frage zu klären, was Kinder und Jugendliche an Computerspielen fasziniert. Darüber hinaus bietet klicksafe.de viele weiterführende Links und Hilfsangebote an.

Herausgehoben seien an dieser Stelle drei Angebote im Netz. Das Kompetenzzentrum zur Verhaltenssucht am Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, stellt Verhaltenssüchte näher vor und gibt weitere Informationen zu aktuellen Studien zur Online- bzw. Glücksspielsucht von Jugendlichen. Auf der informativen Website von „Spielraum“, dem Institut zur Förderung von Medienkompetenz, erhalten Eltern, Erziehern, Pädagogen und Lehrkräfte im Hinblick auf Computer- und Videospiele umfangreiche Informationen zu einem angemessenen Umgang mit Bildschirmspielen und der Entwicklung einer eigenen Medienkompetenz.

Die Fachstelle für exzessiven Medienkonsum „return“ bietet Unterstützung und Begleitung für Personen, die aus exzessivem bzw. süchtigem Medienkonsum aussteigen wollen, und thematisiert beispielsweise das Thema Pornosucht bei Jugendlichen.

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