Kinder entdecken christliche Symbole

Kurt, Aline: Kinder entdecken christliche Symbole. Unterrichtseinheiten zum Sofort-Loslegen, Klasse 1–4. Mühlheim an der Ruhr, Verlag an der Ruhr 2017, 68 S.

Für die Klassenstufen 1/2 wurden die Symbole Hand, Taube, Baum, Regenbogen, Engel, Kreuz und Wasser ausgewählt, für die Jahrgangsstufen 3/4 die Zeichen Licht, Brot, Wein, Fisch, Herz, Weg und Himmel.kinder entdecken christliche symbole

Zu jedem dieser christlichen Symbole hat die Autorin eine Unterrichtsstunde konzipiert. Hierbei ist zunächst auf 1–2 Seiten ein Verlaufsplan abgedruckt, worauf die einzelnen Phasen der Stunde, die jeweilige Sozialform und die benötigten Materialien erfasst sind. Da sich in den Unterrichtsentwürfen für Kl. 1/2 auch Lernimpulse für Kinder finden, die des Lesens noch nicht mächtig sind, können diese Stunden auch bereits in der Schuleingangsphase Verwendung finden. Darüber hinaus sind sowohl katholische als auch evangelische Quellen (z.B. besinnliche Texte oder Liedempfehlungen) berücksichtigt, so dass sich die Unterrichtseinheiten, zumindest in den ersten beiden Schuljahren, auch für den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht eignen.

Die ausgewählten Symbole sind allesamt für das Christentum von zentraler Bedeutung und, von wenigen Ausnahmen abgesehen, den Kindern aus ihrer Lebenswelt vertraut. In der Symbol-Kartei von Rainer Oberthür (2012) etwa, haben all diese 14 Zeichen ebenfalls Berücksichtigung gefunden. Insbesondere die Einstiege ermöglichen den Kindern meist eine mühelose Anknüpfung an Alltagserfahrungen. Auch wird häufig, besonders in den Unterrichtsentwürfen für die ersten beiden Klassenstufen, ein Lernen mit vielen Sinnen begünstigt. So können die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel während eines Lernganges einen Baum betrachten, befühlen und dem Rauschen seiner Blätter lauschen.

Da in der Publikation fast ausschließlich Natursymbole thematisiert werden, sind folgerichtig auch Dankbarkeit für die Schöpfung sowie Mitverantwortung für ihre Bewahrung in die Unterrichtsentwürfe integriert. Beides wird bereits in der ersten Stunde zu einem der ausgewählten Symbole (Hand) umgesetzt. Des Weiteren wurden sowohl passende als auch eindrückliche biblische Geschichten ausgewählt, etwa der Beginn der ersten Schöpfungsgeschichte (Gen 1) zum Symbol Wasser, die Rettung Noachs und seiner Familie (Gen 6–9) zum Symbol Regenbogen oder das Gleichnis vom Schatz im Acker (Mt 13,44) zum Symbol Himmel. Wie in all ihren Publikationen erzählt die Autorin die biblischen Geschichten auch dieses Mal gekonnt in eigener Sprache nach.

Hervorzuheben ist die Vielfalt der Sozialformen und Methoden in den Unterrichtsentwürfen, vor allem in der jeweiligen Vertiefungsphase. Hier reicht die Palette vom Basteln einer Taube aus Filz und Watte über das Gestalten eines Regenbogens aus Transparentpapierschnipseln und das Modellieren eines Fisches bis zur Fertigung einer Schatzkiste aus Pappe. Besonders gut gelungen sind die Auswahl der Fotos zum Thema Wasser und ein Domino mit Bibelzitaten zum Symbol Herz.

Leider finden sich jedoch nur wenige Hinweise auf geeignete Lieder. Weiterhin wäre es bei den Symbolen Brot und Wein noch wichtig gewesen, einen ausdrücklichen Bezug zum Sakrament der Eucharistie herzustellen, zumal diese für das 3./4. Schuljahr vorgesehen sind, in dessen Zeitraum die Erstkommunion der Schülerinnen und Schüler liegt. Die recht anspruchsvollen Symbole Engel und Kreuz könnten sich für manche Kinder in den ersten beiden Klassenstufen als noch zu schwierig erweisen, sodass einiges dafür spricht, diese erst im 3./4. Schuljahr zu behandeln. Zudem wird inzwischen mehr und mehr angeraten, sich bei Wundererzählungen im Religionsunterricht der Grundschule auf Heilungsgeschichten zu beschränken und Naturwunder wie die Brotvermehrung erst in späteren Klassenstufen zu thematisieren.

Abgesehen von diesen wenigen Einschränkungen kann die Publikation Kinder entdecken christliche Symbole mit guten Gründen für den Religionsunterricht empfohlen werden: Gerade die vielfältigen didaktischen Hinweise, z.B. in Form von Impulsfragen, sowie die motivierenden Gestaltungsideen und gut strukturierten Arbeitsblätter ermöglichen ein nachhaltiges Vertrautwerden mit zentralen christlichen Symbolen und ein grundlegendes Verständnis ihrer Sinngehalte.

Josef Gottschlich

Weitere Informationen und eine Leseprobe finden sich hier>>>

 

 

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